Frauen,  Personal Coaching

3 ‘Genugs’ für Weitermacher

Was tun, wenn der Schuh drückt? Meine Beobachtung ist folgende: Wenn etwas im Leben nicht passt, dann gibt es zwei Umgangsformen: das Aufhören oder das Weitermachen. Die Aufhörer lassen tendenziell schneller von der Sache ab und machen etwas Anderes. Die Weitermacher hören nicht auf, sondern bleiben an der Sache dran. Das beginnt meistens hoffnungsvoll, dann werden sie verbissen und schließlich machen sie frustriert so lange weiter, bis es klappt oder auch nicht. Also, was tun, wenn der Schuh drückt? Aufhören, weitermachen oder etwas dazwischen?

Ich bin eine Weitermacherin. Anstatt Dinge aufzugeben, bleibe ich tendenziell hartnäckig dabei und ziehe sie durch in der Hoffnung, dass es ja irgendwann besser werden könnte: Ein schrecklich anstrengender Urlaub, bei dem ich schon am ersten Tag weiß, dass ich ganz sicher nicht erholt zurückkommen werde. Die schwierige Beziehung, in der grad’ mehr schief läuft als recht. Meine Arbeitsstelle, zu der ich mich täglich motivationslos schleppe und bei Feierabend noch frustrierter nach Hause komme. Das mir viel bedeutende Ehrenamt, das ich aus Pflichtbewusstsein oder Geltungsbedürfnis nicht aufgeben möchte. Hauptsache weitermachen. Allerdings ist das ein Weitermachen auf eigene Kosten und auf Kosten anderer. Es gibt Situationen, durch die wir tatsächlich durchgehen müssen und keine andere Wahl haben. Allerdings sind die Situationen, in denen wir eine Wahl haben, viel zahlreicher. Für uns Weitermacher ist es manchmal besser, aufzuhören und eine Grenze zu ziehen. Aber wie gelingt das?

Drei ‘GENUGS’ für chronische Weitermacher:

  1. Du bist genug! Finde heraus, wer du bist und mach’ es dir täglich bewusst. Du bist individuell genial, so wie du bist. Du bist, wer du bist, nicht was du tust, was du lässt, wo du wohnst oder was du trägst.
  2. Was ist genug? Definiere deine individuelle Maßeinheit ‘genug’, lebe sie und zeige sie nach außen. Nimm ernst, wenn etwas schief liegt oder der Schuh drückt. Du musst nicht so weitermachen wie bisher. Versuche herauszufinden, wo genau das Problem liegt.
  3. Jetzt ist genug. Erkenne den Zeitpunkt für Veränderung und hab’ den Mut etwas aktiv anders zu machen. Denn du musst gar nichts. Das kann bedeuten, dich für oder auch gegen etwas zu entscheiden, auszusteigen, in eine andere Richtung zu gehen oder auch weiterzumachen, nur halt anders.

Als Weitermacher sollten wir lernen, auch mal aufzuhören, weiterzumachen. Dabei wünsche ich viele gute Erfahrungen.