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Nur 208 Sekunden, um zu entscheiden.

An “das Wunder vom Hudson” vom 15. Januar 2009 werden sich noch viele New Yorker heute erinnern können. Als Pilot CHESLEY BURNETT SULLENBERGER III, bekannt als “Sully”, einen Airbus A320 auf dem Hudson River notlandete¹. Vom Ausfallen beider Triebwerke bis zur Landung vergingen nur drei Minuten und 28 Sekunden. 208 Sekunden, in denen Pilot Sully weitreichende Entscheidungen treffen musste. Entscheidungen, von denen 155 Menschenleben abhingen. Clint Eastwood gelingt es in seinem hochspannenden Film “Sully” (2016)² diese wahre Begebenheit aus Sullys Sicht, gespielt von Tom Hanks, nachzuzeichnen. Ein grandioser Film, der aus meiner Sicht deshalb absolut empfehlenswert ist, weil die Komplexität, Gewichtung und Dramatik der Entscheidungsfindung deutlich wird, in der sich Pilot Sully befand. Ich habe großen Respekt vor Pilot Chesley Burnett Sullenberger III und habe folgendes von ihm lernen können.

Sully hat in Sekundenschnelle zahlreiche Aspekte bewusst und unbewusst bedacht und schließlich die Entscheidung getroffen, auf dem Hudson River zu landen. Folgende zwölf Fragen helfen, auch in hoch stressigen Situationen gute Entscheidungen zu treffen. Aus meiner Sicht sind Sully diese Fragen in den 208 Sekunden durch Kopf und Herz gegangen:

  • Wie viel Zeit bleibt mir, um meine Entscheidung zu treffen?
  • Welche elementaren und relevanten Informationen brauche ich?
  • Welche meiner Werte und Ziele sind wichtig für die Entscheidung?
  • Welche Meinung / Expertenmeinung sollte ich zurate ziehen?
  • Welche Meinung / Expertenmeinung hilft mir gerade nicht?
  • Welche Strategie oder Methode kann mir helfen?
  • Wen betrifft meine Entscheidung?
  • Worin bestehen die Konsequenzen einer möglichen Entscheidung?
  • Was habe ich zu gewinnen?
  • Was kann ich kategorisch ausschließen?
  • Was sagt mir mein Bauchgefühl?
  • Was hat mich die Erfahrung gelehrt?

Zuletzt habe ich mir die Frage gestellt, ob Sully wohl in den 208 Sekunden auch gebetet hat? In einem Interview³ sagt er, dass er nicht gebetet habe. Dafür sei er ein bisschen zu beschäftigt gewesen, “aber vielleicht hat das einer der Passagiere für mich erledigt.” Eine Antwort, die ich als Christin und Theologin sehr bewegend finde. Das Gebet füreinander ist Rückenstärkung.

¹Quelle: Zeit Online. Drei Minuten, 28 Sekunden vom 09.09.2016. Autorin: Helga Kleiny. Online: https://www.zeit.de/wissen/2016-09/chesley-sullenberger-new-york-airbus-pilot-hudson-river-notlandung ²Quelle: IMDb. Sully (2016). Online: https://www.imdb.com/video/vi541832985?playlistId=tt3263904&ref_=tt_ov_vi [21.09.2020][21.09.2020] ³Quelle: Welt.de. So war die Notlandung im Hudson River vom 09.02.2009. Autor: Hannes Stein. Online: https://www.welt.de/vermischtes/article3171061/So-war-die-Notlandung-im-Hudson-River.html [21.09.2020] Bildnachweis: https://i.ytimg.com/vi/bjYicR57QDk/maxresdefault.jpg [21.09.2020]